![]() |
| Home |
| Philosophie des Kunstparkens |
| Kunstgalerie |
| Kunstparker des Monats |
| Urkundendownload |
| Glossenecke |
| readme |
| Bilder nutzen / AGB |
| Danksagungen |
| Kontakt / Bilder schicken |
| Links |
|
Impressum
(c) Jan Reif |
Die Aufnahme dieses Kunstwerks in meine kleine Ausstellung führte zu einer für an Alltagskunst interessierten Menschen wie mich zu einer interessanten Diskussion und zu einer tiefen Einsicht.
Ich beobachtete das Entstehen des – zugegebenermaßen nicht sonderlich inspirierten – Kunstwerks und habe dem Künstler meine tiefe Bewunderung ausgesprochen. Doch was mußte ich hören? Ich dürfe nicht einfach Bilder von in der Öffentlichkeit abgestellten Fahrzeugen machen? Der Künstler – es war ein mittelalter „Er“ – habe ja schließlich Rechte. Er wolle meine Karte haben, und dann würde ich ja schon sehen…
Das hat mich nicht nur ein wenig verwundert. Es war immerhin ein – wenn auch kleines – Kunstwerk, was da vor mir stand. Es gab keine Frage nach dem warum, oder weshalb meines Tuns, einzig und allein die Besorgnis um die eigenen (in diesem Fall nicht vorhandenen) Rechte.
Sagt das nicht etwas über die Persönlichkeit dieses Künstlers aus? Er schafft ein Kunstwerk und ist dann nicht bereit, den Ruhm seines Schaffens zu tragen? Er versteht – versucht es noch nicht einmal – die Idee seines Kunstwerkes nicht: Mehr Raum für die egoistische Persönlichkeit; die Freiheit, die das Automobil doch wie keine andere Errungenschaft der Menschheit verkörpert zum Ausdruck zu bringen, all dies und noch viel mehr wird durch dieses Werk symbolisiert.
Es zeigt auch den Stolz, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, die Möglichkeit des Einzelnen sich an der großen gesichtslosen Gesellschaft zu rächen.
Genau das ist es, was dieses Kleinkunstwerk auszeichnet. Der Künstler zwingt dem Rest der Welt seinen Willen auf. Er zeigt jedem, daß er der stärkste ist, daß sein Ego Alles und Jeden bezwingen kann. Dieses – und auch alle anderen Kunstwerke – sollen uns Demut vor dem Ego anderer lehren.
Ich muß die Frage stellen, ob diese großartige gesellschaftliche Leistung, dieses Kunstwerk, diese Zurschaustellung unglaublichen Egoismus irgend etwas mit fiktiven Rechten zu tun hat. Eigentlich müßten sich die Künstler beschweren, weil ihre Namen, ihre Adressen, ihre Kennzeichen nicht veröffentlicht werden, denn so entgeht ihnen doch die ganze Dankbarkeit.
Was hat mir und der – mittlerweile doch sehr großen – Gemeinde der Kunstfreunde diese Erfahrung gebracht? Nun, ich denke, es zeigt uns allen, daß diese Kunstgalerie wichtig ist. Mein Künstler hier hat eindrucksvoll bewiesen, wie kurzsichtig und egoistisch man sein kann. Er hat sich nicht für das warum interessiert, er hat gar nicht begriffen, daß er seine Mitmenschen behindert und ein nicht geringes Ärgernis für die anderen Autofahrer darstellt.
Es wird immer uneinsichtige, egoistische oder einfach nur desinteressierte Zeitgenossen geben, denen es einfach egal ist, was sie tun und die nicht erkennen, daß es in den meisten Fällen überhaupt nichts kostet, ein wenig Rücksicht zu nehmen.
Ich glaube aber, daß es mir gelungen ist, den ein oder anderen meiner Besucher ein wenig nachdenklich zu machen und daß es, wenn mehr Menschen ein wenig mehr nachdenken und die Verantwortung für ihr Handeln übernähmen, uns allen viel besser ginge.