Kategorie-Archiv: mit Stern und so

ÖPNV

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Der Individualverkehr der postindustriellen Gesellschaft ist sicherlich ein Ausdruck der Freiheit. Aber mit dieser Freiheit kommt Verantwortung: Umweltschutz, Unfallgefahr und die zunehmende Zahl der adipösen Mitbürger sind nur einige der Probleme, die eine nachgerade obsessive Nutzung des PKW mit sich bringt.

Dem Umweltaspekt der Mobilitätsgesellschaft widmet sich dieser Künstler, wirft Fragen auf und bietet gleichzeitig einen Lösungsansatz und eine Anklage: der Individualverkehr ist der Tod des öffentlichen Personen(nah)verkehrs insbesondere der Eisenbahn. Kontrovers in Botschaft und Ausführung – das ist einfach große Kunst!

Mit herzlichen Dank an Clemens M.

Kleinkunst inspiriert große Werke

mittelweg

Auch große Künstler lassen sich inspirieren. Der Großkünstler transzendiert den kleingeistig-kleinkünstlerischen Gedanken des betrachterseitig linken Hobbykünstlers aufs Vortrefflichste indem er den subtilen Hinweis auf die minimalistische Parkplatzrealitätskritik auf die Spitze treibt und gleichzeitig die – neben seinem Großwerk –  nachgerade stümperhaft wirkende Ausführung seines “Vordenkers” kritisiert.

Ein wahrhaft gelungenes Werk.

Herzlichen Dank an Thomas G.

Noch mal – mit mehr Aussage

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War das Werk gestern eine künstlerische Katastrophe, zeigt unser heutiger Künstler wie man dem bekannten, klischeebeladenen  Thema mit mehr Tiefgang und zusätzlichen Botschaften einiges an Kraft verleihen kann.

Sofort fällt wieder die starre Konstruktion im goldenen Schnitt auf. Doch hier transportiert das Werk noch viel mehr als eine Aussage und man kann unterstellen, dass der Künstler die Form bewusst und passend zu seiner sicherlich tief reflektierten Aussage gewählt hat:

Offensichtlich ist, dass so widerwärtig proletarische Dinge wie Parkhäuser wichtige Menschen schlichtweg diskriminieren – es ist eine Zumutung, dazu genötigt zu werden, durch eine nur halb geöffnete Fahrzeugtür auszusteigen! Die tiefere Bedeutung des Werks und damit der künstlerische Wert liegt aber in dem Kontext, in den der Schöpfer sein Werk einbettet und damit mit neuer Bedeutung auflädt. Da wird demonstrativ Abstand vom “Ossi” und seiner billigen Karre gehalten. Gleichzeitig sucht der Künstler die Nähe zum Pfeiler, der hier – quasi als pars pro toto – sinnbildlich für eine, nein!, für die Mauer steht, die es wieder zu errichten gilt um sich noch weiter von den Sozialschmarotzern abgrenzen und schützen zu können.

So sehr diese Aussagen also solche ablehnenswert und verwerflich ist, muss man diesem Künstler doch Respekt dafür zollen, wie er seine Botschaft zum Ausdruck bringt.

So, verehrte Freizeitkunstschaffende, so!, geht wahre Kunst!

Mit herzlichen Dank an Seppel

memento mori

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“Bedenke dass Du sterblich bist!” – das schreit uns die große schwarze Limousine, der natürliche Feind des Fußgängers, in diesem Werk entgegen. Indem sich dieser Feind so offen, nachgerade genüsslich, in der Schutzzone ausbreitet setzt er geradezu ein Fanal, dass deutlicher nicht sein könnte: “Vorsicht im Straßenverkehr!”

Mit herzlichen Dank an “Papa Schlumpf”

Krieg der Sterne? Verkehrserziehung?

_Mercedes

Wichtige Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass die weniger wichtigen Menschen auf sie zu warten haben. Jeder, der schon einmal mit wirklich wichtigen Amtspersonen (z.B. dem Sekretariat der Institution auf deren Gelände dieses Bild entstand) zu tun hatte, wird das bestätigen können. Wie besser könnte man diesen Gedanken, diesen in unserer nivellierten Gesellschaft so wichtigen Wert (“Ich wichtig! Du nix!”) besser transportieren, als so?

Dem kunstsinnigen Betrachter erschließt sich aber sicher auch noch die zweite, tiefere Bedeutung dieses Werks: Ist es nicht – trotz des Sonderrechte verleihenden Sterns – nicht so, dass hier ein Verstoß gegen eine für das friedliche Zusammenleben der Menschen unabdingbare Regel vorliegt? Steht der Wagen nicht gegen die Fahrtrichtung?! Da ist es doch nur richtig und lobenswert, dass ein weit wichtigeres Mitglied der Gesellschaft (denn die Wichtigkeit eines Menschen lässt sich direkt am Fahrzeug ablesen) sich seiner sozialen Verantwortung bewusst wird und den schändlichen Missetäter eine Lektion erteilt!

Dem wirklichen Kunstkenner indes mag sich eine weitere Bedeutungsebene offenbaren: So konsequent geparkt werden Fußgänger davon abgehalten, die Straße an einer gefährlichen Stelle (immerhin herrscht dort für normalsterbliche Fahrverbot und es kommt alle 5 Minuten ein Bus) zu betreten.

Als Kunstbanause gibt sich der zu erkennen, der meint, es könne sich um den trivialen Hinweis darauf handeln, dass der Parkraum eine endliche Ressource ist, die es nachhaltig zu nutzen gilt. Nein! Diese Betrachtungsweise ist zu flach und leckt allenfalls an der Oberfläche dieses Werkes voll Tiefe und Aussagekraft.

Wie man es also betrachten mag: dieses Werk ist vielschichtig und mit einer hohen sozialkritischen Bedeutung aufgeladen. Würdigen wir es also in stiller Ehrfurcht!

Mit herzlichen Dank an Tobias H.

besonders wichtige Menschen

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Es ist offensichtlich, dass einige Menschen wichtiger sind als andere und dementsprechend auch ganz andere Rechte haben als der Rest von uns. Wenn solche Menschen automobil unterwegs sind kann man sie häufig daran erkennen, dass der Wagen einen Stern oder – wie in diesem Fall – einen blau-weißen Kreis trägt.

Dieser Künstler zeigt uns einfachen Menschen deutlich, was es heisst, besondere Rechte zu genießen. Jeder normalsterbliche sollte beim Anblick eines so wichtigen Exemplars unserer Gattung in Ehrfurcht erstarren und sich seines niederen Platzes in der Gesellschaft bewusst sein!

Danken wir diesem Künstler, dass er uns diese Lehre so deutlich vor Augen führt und uns so unseren Platz in der Nahrungskette so eindrucksvoll zuweist.

(Altbestand – miese Auflösung, aber immer noch ein Kunstwerk)