Kategorie-Archiv: Klassiker

Verständnis für die Kunst

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Der Künstler an sich scheint in unserer säkularisierten Gesellschaft nicht hoch geachtet zu sein. Zumindest erweckt dieses Kunstwerk und die Reaktion darauf diesen Eindruck.

Also muss hier an dieser Stelle einmal mehr eine Lanze für die Kunst gebrochen werden. Ist es nicht so, dass Kunst immer auch ein Spiegel der Gesellschaft ist? Zeigt dieses – nicht wirklich inspirierte – Kunstwerk nicht genau, dass Mitdenken und Rücksicht heutzutage verloren, aber nichts desto trotz wichtig sind? Ist es unter diesem Gesichtspunkt nicht unfair, den Künstler so zu schmähen?

Herzlichen Dank an Sebastian F.

gut gemeint

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Kunst kann auf wichtige Dinge hinweisen. So weist dieses Werk mit gnadenloser Kraft auf die örtlichen Rettungswege hin – ein Unterfangen, den öffentlichen Raum sicherer und gefälliger zu gestalten.

So löblich dieser Ansatz ist, muss der sachverständige Kunstkritiker doch die miserable Ausführung und die unerträgliche Selbstverliebtheit des Schöpfers dieses Werkes anprangern. Schon die Linienführung wirkt unkonzentriert und schlampig, die Farbgebung bietet weder einen klaren Kontrast noch fügt sie sich in die Umgebung ein.

Das Werk mag gut gemeint gewesen sein, wie so oft ist das hier das exakte Gegenteil von gut gemacht.

Einmal mehr einen herzlichen Dank an das Hörnchen.

daneben

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Manche Menschen sind einfach daneben. Jeder kennt so jemanden, einen, der es schafft, immer in einen Fettnapf zu springen, der immer das falsche Wort zur falschen Zeit sagt, also jemand, der seine Mitmenschen immer wieder auf harte Proben stellt.

Zeitgenossen, die das unbewusst tun, haben unser Mitleid, unsere Nachsicht und – falls gewünscht – unsere Hilfe verdient.

In seinem Werk prangert der Künstler offensichtlich – erkennbar an der keck zur Schau gestellten Baumarkt Felge und dem frivolen Einschlagwinkel des Vorderrads – diejenigen Menschen an, die bewusst daneben sind. Solche, die zu jedem Thema eine Meinung und zu jedem Menschen und Sachverhalt ein Urteil haben.

Liebe Kunstfreunde – dieses Werk ermahnt uns alle, in uns zu gehen und uns zu fragen, ob wir nicht auch manchmal daneben sind. Wir sollten innehalten, Selbstreflexion betreiben und diesem Künstler für sein aufrüttelndes Werk danken.

Unser Dank muss auch Thomas d.L. gelten, der dieses Werk für die Nachwelt gefunden hat.

Noch mal – mit mehr Aussage

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War das Werk gestern eine künstlerische Katastrophe, zeigt unser heutiger Künstler wie man dem bekannten, klischeebeladenen  Thema mit mehr Tiefgang und zusätzlichen Botschaften einiges an Kraft verleihen kann.

Sofort fällt wieder die starre Konstruktion im goldenen Schnitt auf. Doch hier transportiert das Werk noch viel mehr als eine Aussage und man kann unterstellen, dass der Künstler die Form bewusst und passend zu seiner sicherlich tief reflektierten Aussage gewählt hat:

Offensichtlich ist, dass so widerwärtig proletarische Dinge wie Parkhäuser wichtige Menschen schlichtweg diskriminieren – es ist eine Zumutung, dazu genötigt zu werden, durch eine nur halb geöffnete Fahrzeugtür auszusteigen! Die tiefere Bedeutung des Werks und damit der künstlerische Wert liegt aber in dem Kontext, in den der Schöpfer sein Werk einbettet und damit mit neuer Bedeutung auflädt. Da wird demonstrativ Abstand vom “Ossi” und seiner billigen Karre gehalten. Gleichzeitig sucht der Künstler die Nähe zum Pfeiler, der hier – quasi als pars pro toto – sinnbildlich für eine, nein!, für die Mauer steht, die es wieder zu errichten gilt um sich noch weiter von den Sozialschmarotzern abgrenzen und schützen zu können.

So sehr diese Aussagen also solche ablehnenswert und verwerflich ist, muss man diesem Künstler doch Respekt dafür zollen, wie er seine Botschaft zum Ausdruck bringt.

So, verehrte Freizeitkunstschaffende, so!, geht wahre Kunst!

Mit herzlichen Dank an Seppel

(k)ein Weg zu weit

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Kunst, die mit einer Aussage verbunden ist, die im besten Fall kritisch auf Missstände hinweist, ist wohl die angesehenste, wertvollste Form künstlerischen Schaffens. Dieses Werk wirft Fragen auf und legt den Finger auf die wirklich brennenden Themen unserer Welt:

Warum sind die Parkplätze nicht gleich in den Geschäften? Reicht es nicht, dass ich bequem stehe? Und ist es nicht viel umweltfreundlicher, den mühsamen Weg um die entscheidenden 2,8m zu verkürzen? Braucht ein Geschäft wirklich eine Fahrbahn,  die noch jemand anderes befahren kann, wenn ich – der König Kunde – doch schon da bin?

Aber dieses Werk geht sogar noch weit über diese bewegenden Fragen hinaus! Dem verständigen Kunstkenner erschließt sich auf den ersten Blick schon das Zitat, dass der Künstler in seinem Werk zur Schau stellt: eine subtile Liebeserklärung. (Hier klicken.) Wer mag wohl der glückliche Mensch sein, dem dieses emotionale Kunstwerk gewidmet ist?

Mit herzlichen Dank an Alexander.

Anarchie!

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Die 68er sind vorbei, die umweltbewegten 80er, das “Wir sind das Volk” Jahr 89 auch und über die Wutbürger redet auch niemand mehr. Das neue Jahrtausend kennt viel zu wenig Protest.

Das Wahlvolk lässt viel zu viel mit sich machen. Trotz Rekordumsätzen und Rekordergebnissen muss gespart werden, die Filmindustrie freut sich über das beste Ergebnis seit Jahren und wird von den bösen Raubkopierern in den Ruin getrieben… die Regierung will den gläsernen Bürger – man hat ja nichts zu verbergen – und keiner wundert sich.

Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen, sich gegen unsinnige Regelungen zu wehren. Das hier ist ein kleiner Ansatz, aber doch immerhin ein Ansatz.

(Altbestand)

Über Protest, Symbolik und freie Parkplätze

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“Gestern war das hier so voll und da wollte ich jetzt einen Parkplatz für meinen Mann freihalten” – so die Künstlerin über ihr Werk.

Will sie uns mit dieser Aussage möglicherweise auf’s Glatteis führen oder auf versteckte Symbolik hinweisen? Betrachtet das kunstkritische Auge dieses Werk, so fällt ihm sofort die versteckte christliche Aussage auf. Nicht nur zeigt dieses Werk eine typisch christliche Kreuzanordnung, nein, die Künstlerin spricht selbst von Nächstenliebe.

Zudem wagt sie es, den Finger auf ein Übel der modernen Gesellschaft zu legen: Vandalismus! Hält doch das Kunstwerk demonstrativ Abstand von der beschmutzten Wand. Schreit es nicht geradezu: ‘Bürger, nehmt das nicht länger hin?!’

Dies alles macht dieses Kunstwerk besonders und damit verdient es diese wertvolle Auszeichnung.

(Altbestand)