Nicht maulen! Besser machen!

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Auch kommerzielle Kunst kann eine Botschaft haben und trotzdem das Auge und das Herz des wahren Kunstfreundes erfreuen.

Dieser Künstler weist – ziemlich aufdringlich – auf seine Expertise als Gestalter hin. Stellt er doch seine fröhlich-bunten Farbstifte bewusst in einen krassen farblichen und symmetrischen Kontrast zu den trist grauen (ehemals weißen) Streifen der Fahrbahnmarkierung. Damit bringt er seine Kritik an den vielen lieblos gestalteten öffentlichen Fahrbahnen deutlich zum Ausdruck. Wie viel schöner wäre unsere Welt, wenn wir ein bisschen mehr Farbe in den Alltag ließen?

Doch anstatt nur platt zu kritisieren, deutet er durch den kecken Winkel der Stifte gleichzeitig seine Hilfsbereitschaft an - er kann es besser, wenn man ihn nur fragte, würde er diese und viele andere Flächen viel sinnvoller und für das Auge erquicklicher gestallten können.

Wenn doch nur mehr Menschen so viel Einsatzbereitschaft zeigen würden!

Mit herzlichen Dank an das Hörnchen.

Nicht fragen, nicht denken!

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Genau das war das Erste, was mir durch den Kopf geschossen ist, als ich dieses Kunstwerk das erste Mal bewundert habe.

Bei der Interpretation künstlerischen Schaffens ist es ja allgemein so, dass der erste Gedanke meist den Schlüssel zur Gedankenwelt des Kunstschaffenden bietet.

Also wird es auch hier so sein. Der Künstler zeigt, wie schnell sich Gedankenlosigkeit in Kunst verwandelt und möchte uns so dazu anhalten, im Alltag mehr und öfter über unser Handeln zu reflektieren.

Herzlichen Dank an Stefan R.

Passt.

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Ja, irgendwie stimmt das da ja schon… und ich glaube auch, dass dieses Werk vielschichtig, tiefsinnig und auch sonst bestimmt irgendwie sinnvoll ist.

Trotzdem: ich musste sehr breit grinsen, als ich das Bild zum ersten mal gesehen habe. Darum bekommt es jetzt diese hohe Auszeichnung.

Herzlichen Dank an Sebastian E.

Helft!

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“Ah ja, ich sehe schon, es ist geistiger Natur.” So mag dem Kunstfreund durchs Hirn schießen, wenn er ein solches Werk betrachtet. Ich möchte hier dazu aufrufen, Zeitgenossen, die an einer solch starken Störung leiden, Respekt und Mitgefühl spüren zu lassen!

Kunstfreunde! Zeigt, wie lieb Ihr diese armen Menschen habt! Geht auf sie zu! (Umarmen muss nicht unbedingt sein.) Sagt Ihnen, dass Ihr sie so liebt, wie sie sind!

Diese armen, vernachlässigten, (manchmal) (geistig) verwahrlosten Menschen brauchen Eure Hilfe!

Mit herzlichen Dank an M.B.

Noch mal – mit mehr Aussage

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War das Werk gestern eine künstlerische Katastrophe, zeigt unser heutiger Künstler wie man dem bekannten, klischeebeladenen  Thema mit mehr Tiefgang und zusätzlichen Botschaften einiges an Kraft verleihen kann.

Sofort fällt wieder die starre Konstruktion im goldenen Schnitt auf. Doch hier transportiert das Werk noch viel mehr als eine Aussage und man kann unterstellen, dass der Künstler die Form bewusst und passend zu seiner sicherlich tief reflektierten Aussage gewählt hat:

Offensichtlich ist, dass so widerwärtig proletarische Dinge wie Parkhäuser wichtige Menschen schlichtweg diskriminieren – es ist eine Zumutung, dazu genötigt zu werden, durch eine nur halb geöffnete Fahrzeugtür auszusteigen! Die tiefere Bedeutung des Werks und damit der künstlerische Wert liegt aber in dem Kontext, in den der Schöpfer sein Werk einbettet und damit mit neuer Bedeutung auflädt. Da wird demonstrativ Abstand vom “Ossi” und seiner billigen Karre gehalten. Gleichzeitig sucht der Künstler die Nähe zum Pfeiler, der hier – quasi als pars pro toto – sinnbildlich für eine, nein!, für die Mauer steht, die es wieder zu errichten gilt um sich noch weiter von den Sozialschmarotzern abgrenzen und schützen zu können.

So sehr diese Aussagen also solche ablehnenswert und verwerflich ist, muss man diesem Künstler doch Respekt dafür zollen, wie er seine Botschaft zum Ausdruck bringt.

So, verehrte Freizeitkunstschaffende, so!, geht wahre Kunst!

Mit herzlichen Dank an Seppel

Anfängerprotestkunst nach Gestaltungsregeln

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Ernsthafte Kunst muss eine Botschaft haben, nur das Auge des Betrachters zu erfreuen ist zu trivial. Das wird sich auch dieser Anfänger bei der Gestaltung seines reichlich uninspirierten Werks gedacht haben…

Betrachtet man das Werk mit kunstkritischem Blick, schlägt einem der reichlich ordinär vorgetragene Protest gegen die viel zu kleinen Parkplätze in deutschen Parkhäusern natürlich sofort ins Gesicht. Der Aufbau der Installation mutet dazu reichlich konstruiert an: gerade Linien, eine Komposition im Goldenen Schnitt – das kann in der plumpen Ausführung nur das Werk eines unbegabten Anfängers sein!

Wir widmen uns hier meist wahrer Alltagskunst, den großen Werken dieses Genres – da ist es ab und zu angebracht, auch auf die vielen schlechten, uninspirierten Werke hinzuweisen, in der Hoffnung, dass sich so was nicht in der Szene durchsetzt!

Herzlichen Dank an Michael!

(k)ein Weg zu weit

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Kunst, die mit einer Aussage verbunden ist, die im besten Fall kritisch auf Missstände hinweist, ist wohl die angesehenste, wertvollste Form künstlerischen Schaffens. Dieses Werk wirft Fragen auf und legt den Finger auf die wirklich brennenden Themen unserer Welt:

Warum sind die Parkplätze nicht gleich in den Geschäften? Reicht es nicht, dass ich bequem stehe? Und ist es nicht viel umweltfreundlicher, den mühsamen Weg um die entscheidenden 2,8m zu verkürzen? Braucht ein Geschäft wirklich eine Fahrbahn,  die noch jemand anderes befahren kann, wenn ich – der König Kunde – doch schon da bin?

Aber dieses Werk geht sogar noch weit über diese bewegenden Fragen hinaus! Dem verständigen Kunstkenner erschließt sich auf den ersten Blick schon das Zitat, dass der Künstler in seinem Werk zur Schau stellt: eine subtile Liebeserklärung. (Hier klicken.) Wer mag wohl der glückliche Mensch sein, dem dieses emotionale Kunstwerk gewidmet ist?

Mit herzlichen Dank an Alexander.